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Wieso, weshalb, warum?

Warum heißt es eigentlich "der Tod"?

Was würde sich denn in unserer Wahrnehmung ändern, wenn Tod weiblich wäre?


Die Bestattungsbranche ist (noch) in weiten Teilen männlich besetzt. Viele Betriebe wollen das auch so und möchten gar keine Frauen. Schließlich sind Sargbau und das Schleppen von "180 Kilo-Verstorbenen aus dem 4. Stock ohne Aufzug"* ja männliche Domänen. Richtig, oder? Falsch!

Erstmal ist es nicht die Regel, Obelix von der Spitze des Petersdoms zu tragen. Und wenn doch, dafür gibts Hilfsmittel. Zudem ist die technische Seite nicht die einzige, die im Sterbefall wichtig wird. Im Umgang mit den Angehörigen sind Eigenschaften wichtig, die eher den Frauen zugesprochen werden: Einfühlungsvermögen beispielsweise und persönliche Zuwendung. Immer mehr erfolgreich frauengeführte Bestattungsunternehmen beweisen das. Die stehen ja auch nicht da und erklären den Hinterbliebenen "Ja, tut uns jetzt auch irgendwie leid, aber wir kriegen ihre/n Angehörige/n nicht aus der Wohnung." Die Frage "geschnitten oder am Stück" ist in der Bestattungsbranche auch keine Option. Aber ich schweife ab.


Der Tod in zarten Frauenhänden.


Bevor es den "professionellen" Bestatter gab, übernahmen die Leichenfrauen (auch Totenfrau oder Heimbürgin) wesentliche Aufgaben nach dem Tod. Ich zitiere Wikipedia:

Die Aufgabe der Totenfrau war es, den Verstorbenen zu waschen und anzukleiden. Sie wurde von den engsten Angehörigen des Trauerhauses bestellt, meist war sie eine auf diese Aufgabe spezialisierte Frau aus dem Dorf oder Stadtviertel oder auch eine Nachbarin.
Die Totenfrau wusch die Leiche und salbte sie oft auch mit ätherischen Ölen. Sie kleidete den Toten in seine Festtagskleidung (bei ledig gestorbenen Jungfrauen oft auch in ein Brautkleid) und bereitete den Leichnam auf die Aufbahrung, der die Totenwache und Aussegnung durch den Pfarrer folgten, vor. Häufig übernahm sie auch die Anzeige des Todes beim Standesamt und erschien daher auf Sterbeurkunden.

Das Einbetten in den Sarg übernahm dann der Schreiner, der gerade auf dem Land oder in kleineren Städten gleichzeitig der Bestatter war.


Bestatter sind aber die einzigen, die am Lebensende ('beteiligt sind' klingt jetzt nicht so toll, oder?) wichtig werden. Ich möchte raus auf Hospizmitarbeiterinnen sowie Trauer- und Sterbebegleiterinnen. Diese mehrheitlich weiblichen Heldinnen leisten eine wunderbare Arbeit an allen, die mit dem Lebensende konfrontiert werden - Sterbende und Angehörige. Noch bevor der Bestatter kommt und nachdem er weg ist, sind sie da um aufzufangen, zuzuhören und einfach da zu sein, wo Viele einfach weglaufen möchten.


Ich finde es also mehr als legitim zu sagen: 'Der' Tod ist verdammt weiblich. Das muss einfach ne Frau sein. Oder?


Herzliche Grüße von Frau Tod <3



*Das war übrigens ein Originalzitat nicht nur eines Bestatters um mir als Frau aufzuzeigen, dass ich für diesen Beruf ja nicht geeignet bin.





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